Dr. Wolfgang Cozzarini & Dr. Andreas Pribasnig A-2000 Stockerau, Judithastraße 8 | Telefon: 02266 62800

Facharztpraxis für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie und Nephrologie - Alle Kassen



Der Blutdruck

Der Blutdruck eines erwachsenen Menschen sollte in einer Ruhephase unter einem Wert von 140/90mmHg (MillimeterQuecksilbersäule) liegen. Der obere der beiden Werte ist der systolische Blutdruck und gibt uns Auskunft über die Herzauswurfskraft und Gefäßeigenschaften während dieser Phase, der untere  Wert ist der diastolische Blutdruck und zeigt den Druck in den Gefäßen während der Füllungszeit des Herzens an.
Wenn bei wiederholten Messungen höhere Werte in Ruhe bestehen, spricht man von arterieller Hypertonie (Bluthochdruck). Bei Patienten mit  Zuckerkrankheit und/oder Nierenerkrankungen liegen strengere Empfehlungen vor, wobei der Blutdruck, wenn möglich  130/80mmHg nicht überschreiten sollte, um die Gefäße und die Niere optimal zu schützen.

Manche Menschen spüren einen erhöhten Blutdruck bereits bei nur relativ gering erhöhten Werten durch Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Schwindel, vermehrter Atemnot bei Belastung oder einem Druck im Brustkorb (es ist dann oft schwierig festzustellen, ob der erhöhte Blutdruck diese Beschwerden auslöst, oder ob diese Beschwerden einen erhöhten Blutdruck auslösen).  Viele Menschen spüren aber auch deutlich erhöhte Werte nicht, der Bluthochdruck wird dann oft als Zufallsdiagnose gestellt.
Bei den meisten Menschen liegt eine "primäre Hypertonie" vor. Das heißt außer eventuellem Übergewicht, genetischer Belastung oder Stress findet man keine auslösenden Faktoren.
Bei manchen Patienten ist es aber wichtig, nach einer seltenen "sekundären Ursache" des Hochdrucks zu fahnden.
Im einzelnen müssen dabei Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen, hormonproduzierende Tumore, Gefäßverengungen der Nierenarterien und ein sogenanntes Schlafapnoesyndrom ausgeschlossen werden.

Es ist sehr wichtig einen hohen Blutdruck zu behandeln, auch wenn man keine Beschwerden hat, denn bei unbehandelter Hypertonie besteht ein deutlich höheres Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt. Es kommt zu einer chronischen Schädigung aller Gefäße inklusive der Augengefäße und der Nierengefäße. Das hat schleichende Funktionsverluste der Organe zufolge. Letztendlich schädigt ein unbehandelter hoher Blutdruck auch den Herzmuskel , welcher auf den zu hohen Druck, gegen den er ankämpfen muss, mit einer ungesunden Zunahme an Wanddicke  und einem Verlust an Dehnbarkeit reagiert.  
Die Gefäße, die den Herzmuskel versorgen, sind auf diese Größenzunahme nicht eingestellt, weshalb in weiterer Folge bei Minderdurchblutung des Herzmuskels Angina pectoris (Herzschmerz) auftreten kann. Die hypertensive Herzkrankheit ist einer der häufigsten Ursachen von Atemnot.
Die wertvollsten Maßnahmen zur Verhinderung eines erhöhten Blutdrucks wie auch die wirkungsvollsten  Erstmaßnahmen bei schon vorliegendem Bluthochdruck hat jeder selbst in der Hand: salzreduzierte Kost, Gewichtsreduktion und mehr Bewegung. Auch sind Stressreduktionstechniken wie Biofeedback, Autogenes Training, Yoga, etc. sinnvolle Selbsthilfemaßnahmen, die nicht nur die Blutdruckregulation positiv beeinflussen können.

Meist ist es jedoch schon notwendig, zusätzlich  mit einer medikamentösen Therapie zu beginnen. Diese kann aber bei Entwicklung eines gesünderen Lebensstils  vom Arzt manchmal wieder reduziert, fallweise sogar wieder abgesetzt werden!

Zur optimalen medikamentösen Bluthochdruck-Therapie sind regelmäßige Blutdruck-Selbstmessungen zu Hause erforderlich. Die Messungen sollten in einer Ruhephase optimaler weise an verschiedenen Tageszeiten durchgeführt und notiert werden. Diese Aufzeichnungen sollen dann immer zum Arzt mitgebracht werden!
Es ist auch sinnvoll, das Blutdruckmessgerät einmal zum Arzt mitzubringen und die Messung mit den Ordinationsgeräten zu vergleichen.
Wichtig ist, dass Sie Ihr Messgerät 1x jährlich pro Jahr in einem medizinischen Fachgeschäft überprüfen lassen.

In einigen Fällen ist zur Abschätzung einer Notwendigkeit einer medikamentösen Blutdrucktherapie bzw. eines Therapieerfolgs eine 24h Blutdruckmessung notwendig.
Sinnvoll ist auch ein Belastungs-EKG, wo ein Belastungshochdruck und zusätzliche Durchblutungsstörungen des Herzens erkannt werden.