Dr. Wolfgang Cozzarini & Dr. Andreas Pribasnig A-2000 Stockerau, Judithastraße 8 | Telefon: 02266 62800

Facharztpraxis für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie und Nephrologie - Alle Kassen



Herzkatheteruntersuchung - Koronarangiographie

Bei der Herzkatheteruntersuchung wird ein 1- 2 mm dünner flexibler Kunststoffschlauch unter Röntgenkontrolle über ein Blutgefäß bis zum bzw. in das Herz vorgeschoben. Unter lokaler Betäubung wird entweder eine Beinarterie im Leistenbereich oder eine Armarterie knapp über dem Handgelenk punktiert.

Bei der Koronarangiographie (= Darstellung der Herzkranzgefäße) wird eine kleine Röntgenkontrastmittelmenge über den Katheter jeweils in das linke und rechte Herzkranzgefäß eingespritzt. Die Herzkranzgefäße werden so am Röntgenschirm sichtbar gemacht, damit eventuelle Verengungen oder Verschlüsse erkannt werden.

In geeigneten Fällen kann dann sofort eine Therapie am Kathetertisch eingeleitet werden:

Dehnung des Herzkranzgefäßes mittels kontrastmittelgefülltem Mikroballon und Absetzen eines "Stents" einer "Hightech -Gefäßstütze", welche das neuerliche Kollabieren des Gefäßes verhindert.

Danach müssen aber die vom Arzt verordneten blutverdünnenden Medikamente exakt und lückenlos eingenommen werden um ein Zuwachsen des Stents oder sogar ein Blutgerinnsel im Stent (Stentthrombose) zu verhindern!!

Oft ist es aber notwendig den Koronarangiographiebefund im Kardiologenteam zu besprechen, um die beste Therapie für den individuellen Patienten festzulegen:
In manchen Fällen ist es besser eine Bypassoperation durchzuführen als die Gefäße zu stenten und oft ist es auch gar nicht notwendig ein verengtes Gefäß zu dehnen.

Im Rahmen einer Linksherzkatheteruntersuchung bzw. Koronarangiographie  können auch mittels Röntgenkontrastmittelgabe die linken Herzabschnitte dargestellt werden, der Druck im Herzen und ein etwaiger Druckabfall bei Passage einer verengten Aortenklappe gemessen werden (Ventrikulographie).  Da bei dieser Untersuchung eine etwas größere Kontrastmittelmenge verwendet wird, spüren sie bei der Kontrastmittelgabe ein Wärmegefühl im Oberkörper.

Ein Rechtsherzkatheter wird über eine Vene am Arm oder in der Leistenbeuge bis in die rechte Herzkammer und die Lungenschlagader eingeführt. Es wird bei dieser Untersuchung normalerweise kein Kontrastmittel appliziert , sondern nur die Blutdrücke im Herzen, die Bluttemperatur gemessen und kleine Blutproben entnommen.
Mit der Rechtsherzkatheteruntersuchung wird üblicherweise ein Bluthochdruck im Lungenkreislauf differentialdiagnostisch abgeklärt , das Herzzeitminutenvolumen (Herzleistung) bestimmt und es können Kurzschlüsse im Herzen ("Shunts") nachgewiesen werden.

Ablauf der Untersuchung:

Sie erhalten eine örtliche Betäubung an der Punktionsstelle, welche kurzfristig leicht schmerzhaft sein kann, spüren dann von der weiteren Untersuchung fast nichts. Gelegentlich können Sie einen leichten Druck auf der Brust bemerken.
Auf Wunsch erhalten Sie eine Sedierung (Beruhigungsspritze oder Tropfen) vor der Untersuchung .
Die Untersuchung geht zumeist ohne Probleme vor sich.
Trotzdem können selten Komplikationen auftreten. Dazu gehören Allergien auf das Kontrastmittel oder Betäubungsmittel, Blutergüsse, die an der Gefäßpunktionsstelle  entstehen und Herzrhythmusstörungen (die aber fast immer prompt behoben werden).
In ganz wenigen Fällen kann es zu einem Schlaganfall und bei der Koronarangiographie zu einer Gefäßverletzung des Kranzgefäßes  und auch zu einem Herzinfarkt kommen.
Obwohl derartige Zwischenfälle in der Regel gut beherrscht werden, können (speziell wenn schwere Herzschäden vorbestehen) Komplikationen mit tödlichem Ausgang prinzipiell nicht völlig ausgeschlossen werden. (Das gilt hauptsächlich  für interventionellen Herzkatheter mit Stenting.)
Generell ist die Komplikationsrate bei Frauen, bei älteren Menschen und bei vorliegenden schweren Herzschäden etwas erhöht - die Häufigkeit aller klinisch bedeutsamen Komplikationen bei Herzkatheteruntersuchungen beträgt jedoch insgesamt unter 1 Prozent.

Was ist zu beachten?

Die Aufnahme zu einem geplantem Herzkatheter erfolgt meist einen Tag vorher, da einige Voruntersuchungen notwendig sind. Die Herzkatheteruntersuchung wird im nüchternen Zustand durchgeführt. Nach dem Eingriff wird an den Stellen, wo der Katheter in das Blutgefäß eingeführt wurde, ein Druckverband und ein Sandsack angelegt. Die vom Arzt verordnete Bettruhe (meist 6- 12 Stunden) nach dem Eingriff muß unbedingt eingehalten werden, um das Blutungsrisiko zu minimieren. Viele Patienten erhalten außerdem ein Medikament, das der Bildung von Blutgerinnseln vorbeugt.

Bei einem unkompliziertem Herzkathetereingriff kann man das Spital normalerweise nach 3 Tagen Aufenthalt verlassen. Optimalerweise soll sich der/die Patient(in) noch einige Tage nach dem Eingriff körperlich schonen bis zur Verheilung der Gefäßpunktionswunde.

Wir arbeiten betreffend Herzkatheruntersuchung laufend mit den kardiologischen Abteilungen der Krankenhäuser Krems und St. Pölten, als auch mit mehreren Wiener Krankenhäusern (insbesondere SMZO) zusammen.